06.08.2011 | Detmold

Nach der Nacht in Bad Malente begaben wir uns in unsere Vehikel und steuerten eine der längsten Touren unserer Reise an, nach Detmold. Nach viel Landstraße, Baustellen, Staus und einer Burgerking-Rast, kamen wir etwas zu spät in Detmold an der Martin-Luther-Kirche an. Allen war bewusst, dass es sich in Detmold um die anstrengendste Station unserer Reise handelt: 3 Auftritte, 3 Kirchen, weniger als 24 Stunden.

Wir unterzogen der Martin-Luther-Kirche einer Klangprobe und begaben uns nach einem kleinen Imbiss und dem Umziehen in die zweite Kirche, für manche in fremde Gefilde, für zwei Voxler in die religiöse Heimat, alles in allem in die katholische St. Marien Kirche. Nach einem kurzen Briefing mit dem dortigen Pfarrer stand der Ablauf der Messe und diese wurde kurz danach gemeistert. Ohne viel Zeit verlieren zu können, begaben wir uns, immer noch im Anzug, zurück zur Martin-Luther-Kirche. Dort hatten wir noch etwa eine Stunde, in welcher sich die Kirche zu unser aller Überraschung, die Kirche gerade in der Stadt, in der kein Kruzianer-Jahrgang zuvor gewesen war, mit unglaublichem Tempo füllte. Und so betraten wir um 20:00 Uhr die Kirche und eröffneten das Konzert wie gewohnt mit Mauersbergers „Schola crucis, Schola lucis“. Auch nach dem Konzert war an Entspannung nur kurz zu denken: Morgen früh sollte es in die Heilig-Kreuz-Kirche zur nächsten Messe gehen und somit unseren Aufenthalt in Detmold perfekt machen.

05.08.2011 | Malente

Nachdem wir nun Trittau verlassen hatten, nach einem wunderbaren Abend bei der Gastfamilie Maibom, fuhren wir nach Bad Malente. Hier bezogen wir, nach Ankunft, nun zum ersten Mal auf unserer Tournee eine Jugendherberge. Nach dem gemeinsamen Mittagessen im „Ollen Kotten“ teilten wir uns in kleinen Gruppen auf, um die Mittags- und Nachmittagszeit unterschiedlich zu gestalten. Eine Gruppe machte sich auf zur „5 Seenfahrt“, welche von Friedemann geplant worden war. Andere putzten die Autos oder genossen eine Bettruhe. Gegen Abend fuhren wir nach Neukirchen, da in dem kleinen Ort das Konzert stattfinden sollte. Nach der Probe fand nun das Konzert mit Pause in der St. Johanniskirche statt. Diese wird wohl zum letzten Mal in diesem Zustand von Kruzianern besungen werden, da sie demnächst saniert wird. Auch steht schon ein Termin für das nächste Konzert mit dem neuen Abiturientenensemble.

In der Pause stieß Richard wieder zum Ensemble hinzu, der für ein Seminar in Eisenach war, um sich dort auf sein Auslandsjahr in Schweden vorzubereiten. Einen hohen Unterhaltungswert hatte die alte mitteltönig-gestimmte Orgel, welche im Konzert erst nach längerem Warten zum Spielen bereit war und vorher interessante Töne von sich gab. Nach dem Konzert entschlossen wir uns gegen Abendaktivitäten wie das Schützenfest in Malente etc., da der folgende Tag zeitig beginnen sollte und sehr anstrengend werden sollte.

04.08.2011 | Trittau

Heute war nun der zweite freier Tag der Tournee, der für den ein oder anderen auch gut gelegen kam. Aber nicht nur Ruhe und Entspannung stand heute auf dem Programm, sondern auch ein ausgiebiger Shoppinggang durch Hamburg. Am Abend folgte ein gemeinsames Abendessen bei Familie Maibom, wo sowohl die Kruzianer als auch die Gasteltern alle zusammenkamen und sich köstlich amüsierten und die lange Tradition der Konzerte der Abiturienten des Dresdner Kreuzchores in Trittau pflegten.

03.08.2011 | Trittau

Nach einer guten Mütze Schlaf entweder im Schiff oder in einem normalen Bett ging es von der schönen Ostsee in den Nachbarort unseres vorhergegangenen Haltes, nach Trittau. Angesichts der langen Tradition von Abiturjahrgängen, die diesen Ort schon heimgesucht hatten – die Reihe reicht zurück bis ins Jahre 1994 – waren wir in freudiger Erwartung, jedoch auch etwas angespannt. Freundlich wurden wir aufgenommen und genossen die Sonne in sehr angenehmen Quatieren. Nachdem manche einen kleinen Ruderturn trocken überlebt hatten, trafen wir uns zum Konzert. In der angenehm kleinen, holzverkleideten Kirche ließ es sich schön singen, jedoch wussten wir von unseren Vorgängern, dass die Kirche, ähnlich wie in Laboe, sehr warm werden würde. Das bestätigte sich beim Betreten der Kirche. Das alteingesessene Publikum mit Neuem zu überraschen, gelang uns mit den eigenen Engagements, jedoch auch mit unserer eigenen Art, die uns auf dem nach dem Konzert folgendem Empfang häufig bestätigt wurde. So ließen wir den Abend bei netten Gesprächen, dem ein oder anderen Bier, egal wie, auf jeden Fall bis spät in die Nacht ausklingen, da wir den Schlaf am nächsten Tag nachholen konnten.

02.08.2011 | Laboe

Nach einer Irrfahrt durch Reinbeck sollte es nun nach Laboe gehen. Ein Ort, dessen Besonderheit darin bestand, dass noch nie ein Abiturientenjahrgang des Kreuzchores hier gesungen hatte. Also im Vergleich zu Ramelsloh und anderen Orten , wo die Abiturienten jedes Jahr seit über 10 Jahren kommen, sollte es sich nun um einen Premiere handeln. Auch ist es natürlich im Interesse des Ensembles eine Tradition zu eröffnen. So waren wir alle sehr gespannt, wie uns das Konzert gelingen würde. Trotz der Tatsache, dass wir so vor einem Publikum stehen würden, dass noch nicht genau weiß, wie ein solches Konzert werden würde, konnten uns die Veranstalter  schon einige Tage im Voraus zusagen, dass das Konzert in der Kirche „Anker Gottes“ ausverkauft sei.

Als wir nun in Laboe ankamen, hatte sich das Wetter im Vergleich zum Beginn unserer Tournee schon deutlich gebessert. Bei 27 Grad Celsius, Sonnenschein und blauem Himmel stiegen wir aus dem Auto. Nach einem leckeren Mittagessen direkt am Strand fand die Quartierverteilung statt. Für alle, die Laboe nicht kennen: Laboe ist an Ostseebad an der Kieler Bucht. Da bietet sich bei solch herrlichem Wetter nichts besser an, als ein wenig baden zu gehen. So genossen wir Sonne, Meer und ein wenig Ruhe bevor es zum Konzert ging. Die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit in der „Anker Gottes-Kirche“ kamen einer Feuchtsauna gleich, so dass alle Besucher und Sänger sehr erfreut waren, dass es während des Konzertes eine Pause gab, in der es Getränke bei einem kleinen Plausch gab. Nach der Pause ging es noch einmal bei „tropischen Klima“ in die Kirche, um mit dem weltlichen Teil das Konzert zu Ende zu bringen. Das Publikum war sehr angetan, und es wurden noch am selben Abend Pläne für nächstes Jahr gemacht.

Im Anschluss an das Konzert gab es noch ein gemeinsames Abendessen mit dem Veranstalter und Gästen, so dass der Abend bei „Chilli con carne“, einem Bier und netten Gesprächen gemütlich ausklingen konnte. Zu erwähnen gilt es noch, dass dem Ensemble in Laboe das wahrscheinlich außergewöhnlichste Quartier geboten wurde. Einige von uns konnten auf einem Schiff schlafen.

01.08.2011 | Reinbek

Reinbeck, eine nette Stadt in der Nähe Hamburgs, war nun unsere zweite Station im Norden. Nach einer ausgiebigen Mittagsruhe begeisterten wir wieder das Publikum mit unserem breitgefächerten Programm. Auch ein Trio, bestehend aus Klarinette, Viola und Klavier, aus der Kantorei ermöglichte für uns alle eine Pause mit dem Finale aus Max Bruchs 8 Stücken. Doch das Konzert sollte nicht der einzige Höhepunkt an diesem Abend sein. Die Kantorei sorgte für ein wunderbares und reichhaltiges Buffet und wir bedankten uns mit ein paar Stücken aus unserem Programm. Abgerundet wurde der Abend mit gemeinsamem Ertönen des Rheinberger Abendlieds.

31.07.2011 | Ramelsloh

Den Gottesdienst heute morgen, bei dem Karl und ich (Max) fast hätten Orgel spielen müssen, wenn der Organist nicht noch pünktlich aus dem Urlaub gekommen wäre, genossen wir in seiner Kürze und den freien Nachmittag entweder im Schwimmbad, in Lüneburg, in Hamburg oder an der Orgel (wer das wohl sein mag). Die Entspannung tat uns sehr gut und sollte uns in den nächsten Tagen noch nützlich werden.

30.07.2011 | Ramelsloh

Nach den ersten gelungenen Konzerten, welche vor allem in der Heimat erfolgten, sollte nun die richtige Tournee beginnen. Es stand als Auftakt die erste lange Autofahrt bevor: nach Ramesloh.

In Dresden packten wir die die Taschen noch bei stärkstem Regen, ein Glück hatten wir dies ja schon einmal vorher geübt, denn all das Tourengepäck zu verstauen erwies sich immer mehr als Kunst. So stiegen wir etwas nass in die Autos, doch zu unserem Glück besserte sich das Wetter, als wir nach und nach nördlicher fuhren. Auch hatte der Tag noch eine andere Besonderheit. Einer der Sänger hatte ein großes Jubiläum vorzuweisen. Es war der 18. Geburtstag von Max. Den Schritt zur Volljährigkeit macht man ja nur einmal im Leben, so dass an einem solchen Tag die Bemühungen um den Jubilar, trotz Verpflichtungen, im Vordergrund stehen. So hielten wir erst einmal mit unsern 3 PKWs am Parkplatz Sülzengrund um zusammen mit Max seinen köstlichen Geburtstagskuchen zu verspeisen. Natürlich erklang auch ein Geburtstags- „Ständchen“ (Arrangement von den Wise Guys), welches wir zu einem Geburtstag immer wieder gern singen.

Nach der langen und leider nicht staufreien Fahrt erfolgten eine Probe und das Konzert. Dies verlief sehr erfreulich. Keiner der Sänger oder der Dirigent ließ auch nur ein bisschen den Zuhörer spüren, dass wir ca. 7 Stunden im Auto gesessen hatten.

Unser Organist Karl nahm noch eine Herausforderung mehr auf sich und spielte trotz erhöhtem Schwierigkeitsgrad, welche dadurch gegeben war, dass die romantische Orgel mit Pneumatik nicht unbedingt für Werke dieser Art geschaffen war, ein Orgelwerk, welches auch wir zum ersten Mal von ihm hörten: die Toccata in d –Moll von J.S. Bach. Dieses Stück, welchem es an Popularität nicht fehlt und welches fast jeder Hörer schon einmal vorher gehört haben wird, schien beim Publikum gut anzukommen. Der Applaus schien zu zeigen, dass auch die Leistung in seiner technischen Schwierigkeit gewürdigt wurde. Auch wurde der 3. Teil des Konzertes auffällig gelobt, den die Lockerheit, welche man von den Kruzianern sonst nicht so kennt, überzeugt manchmal doch mehr… Nach dem Konzert wurde natürlich auch noch in der Runde des Ensembles der Jubilar gefeiert.

Jedoch gingen alle zu nicht allzu später Stunde ins Bett. Schließlich gilt ja immer noch die Regel: Nach dem Konzert ist vor dem Gottesdienst…

29.07.2011 | Königstein

Heute stand die schöne Festungsstadt Königstein auf dem Programm. Jedoch mussten wir zuvor, wie schon erwähnt, unsere Autos möglichst platzsparend packen. Wir hatten dafür eigentlich mindestens eine halbe Stunde eingeplant, doch wir erwiesen uns als besonders begabt und somit konnten wir uns nach 10 Minuten bereits auf den Weg machen.
Angekommen, bewunderten wir die besonders schöne Innengestaltung der Stadtkirche. Passend zum Raum zeigten wir eine ebenso hervorragende Leistung und diese wurde mit kräftigen Applaus und Standing-Ovations honoriert. Vielleicht trug auch Niklas und Julius Otto, ein ehemaliger Kreuzkantor und ebenso ein Sohn der Stadt, ein klein wenig dazu bei.
Nun gehen wir zufrieden aber auch geschafft ins Bett, denn morgen geht es für uns nach ins ca. 500 km entfernte Ramelsloh.

28.07.2011 | Radebeul

Nachdem wir am Morgen im schönen Oederan sowohl ausschlafen, als auch die Aussicht vom Kirchenturm auf das Städtchen genießen durften, fuhren wir am Nachmittag in die Heimat unseres musikalischen Anführers, Karl. Dort angekommen begrüßte uns der fiat-vox-Himmel (nachzusehen auf unseren Plakaten) und stimmte uns froh auf das bevorstehende Konzert. Die Stimmung wurde elektrisiert durch den angemeldeten Kritiker, dessen Beiwohnen uns auch während des Konzertes nie die Spannung nahm. Beigetragen zum radebeuler Ambiente haben dabei eindeutig die an den Reihen des Kirchenschiffs angebrachten Kerzen, die für eine gewisse Kellergewölbsromantik sorgten, dazu noch der Wein, der in der Pause ausgeschüttet wurde (wir verzichteten). „Uraufgeführt“ wurde die Forelle, die beim Publikum gut ankam. Auch die vielleicht etwas basslastigen Kleinen Geistlichen Konzerte stießen auf offene Ohren. Leider verließ uns der Kritiker gleich beim Beginn des Applauses, was unsere Vor-“freude“ auf die Kritik nicht besonders steigerte. Somit konnte er auch leider unseren liebgewonnenen Mister Sandman nicht mehr hören. Alles in allem freuten wir uns nach einem gelungenen Konzert auf unser teils heimisches Bett, jedoch weniger aufs Packen. Unsere, nach Niklas‘ Vorschriften zweimal kastenbrotgroße Sport- und Reisetaschen sollten am nächsten Morgen, samt CDs, Programme, Plakate und nicht zu vergessen Red Bull, Einzug in unsere schnieken Flitzer halten.